Woher kam das ganze Geld? Die USA haben sich zwischen 2003 und 2007 in einen ungeheuren Ausgabenwahn gesteigert. Während Präsident Bush scheinbar mühelos zwei Kriege finanziert hat, haben sich die einfachen Haushalte in schneller Folge nicht nur neue Häuser, sondern auch protzige Geländewagen und große Flachfernseher zugelegt – obwohl sie oft nur ein McEinkommen hatten. Das Platzen dieser Blase hat erst die US-Banken, dann die amerikanische Wirtschaft und schließlich den Euro in den Abgrund gestürzt.
Ökonomin Heleen Mees von der New York University gibt eine klare Antwort. Das Geld kam aus China. Chinas Sparer haben die Finanzkrise ausgelöst. Sie spricht bei dieser Gelegenheit auch die Banker an der Wall Street frei: Ihrer Meinung nach waren es keine undurchsichtigen Hypothekenprodukte, die die Krise ausgelöst haben, sagt sie in Peking.
Ihrer Meinung nach haben die Chinesen für einen zu billigen Lohn gearbeitet. Über den Umweg der US-Verschuldung bei China ist das Geld nach Amerika geflossen. Dort hat es niedrige Zinsen ermöglicht.
Die lange anhaltenden Niedrigzinsen haben nicht nur die Kriege finanziert, sondern auch die Überschuldung der Haushalte, so Ökonomin Mees.
Ich muss sagen, ich stimme nicht ganz zu. Die US-Zentralbanken hat mit Hilfe anderer internationaler Zentralbanken seit dem Ende des Goldstandards 1971 viele Billionen neue Dollar gedruckt. Jetzt erhalten wir die Rechnung dafür. Außerdem hat Alan Greenspan die Zinsen freiwillig niedrig gehalten. Kein Chinese hat ihn dazu gezwungen.
(Außerdem hat Greenspan die Banker nicht durch strenge Spielregeln unter Kontrolle gehalten, sondern ihnen immer mehr Freiheit gegeben, ihrer professionellen Gier zu folgen. In einem gut regulierten Markt hätte sich die Krise nicht so entwicklen können.)
China hat vielmehr einen Strom bezahlbarer Waren geliefert, so dass die einfachen Amerikaner sich für ihre schleichend entwerteten Dollars doch noch einen guten Lebensstandard leisten konnten. Die hart arbeitenden Chinesen haben den USA auf diese Weise zunächst geholfen.
Doch mit dieser Sorte Hilfe ist das so eine Sache. Ein Drogensüchtiger mag es als Hilfe empfinden, wenn man ihm hundert Euro für den nächsten Schuss gibt. Letztlich schiebt diese Hilfe jedoch nur den Kollaps hinaus.
So gesehen hat China durchaus zum Zusammenbruch der Finanzsysteme beigetragen.
Den Zusammenhang zwischen chinesischem Fleiß und der Geldschwemme, die zur US-Krise geführt hat, stellt übrigens der Journalist Felix Lee in seinem hervorragenden Buch “Die Gewinner der Krise” sehr gut dar (um Seite 35).
Lee warnt jedoch davor, von einer “Schuld” Chinas an der Krise zusprechen. Das wäre, als würde “man den Werkzeughandel dafür verantwortlich machen, wenn man sich mit dem Hammer auf den Finger haut.”














2 Kommentare zu “Wie China die Finanzkrise ausgelöst hat”
Ist das Thema Genderforschung bei den “karrierebewussten” Ökonominnen und Quotenprofessorinnen inzwischen aus der Mode gekommen? Da konnte man sich doch so schön profilieren. Schade, dann müssen sich die Damen neue, relevantere Themen suchen, wie offensichtlich hier die Finanzkrise.
Doch wie schon in der Genderforschung (und speziell der Theorie der Prostitution, zu der die hier genannte Ökonomin auch publizierte) werden Prämissen falsch gesetzt und Kausalitäten herbeikonstruiert. So sind sie halt, die Karriereökonominnen.
Wär ja noch schöner. Demnächst ist man noch selber schuld wenn man in eine Kugel hineinläuft….tse, tse…Amerikaner…typisch!….
oder sollten dies schon die ersten Vorboten einer demnächst anstehenden Konfrontation sein? Der tiefere Sinn einer solchen muss ja vorbereitet werden!