Artikel aus dem August 2012

Kommt ein Yuan-Handelszentrum Frankfurt?

Merkel und Wen in Peking.

Merkel und Wen in Peking.

Es ist nur ein kurzer Satz in einer langen politischen Erklärung, doch uns vom Handelsblatt hat er elektrisiert. “Die Emissionen von RMB-Finanzprodukten in Deutschland” wollen beide Seite fördern. So steht es im gemeinsam formulierten Ergebnisdokument des deutsch-chinesischen Gipfels in Peking mit Kanzlerin Angela Merkel und Premier Wen Jiabao.

Das könnte bedeuten: Ausgabe von Anleihen in der chinesischen Währung Yuan in Frankfurt – und ein Sonderstatus als Überseezentrum für die Yuan-Nutzung. Ein Datum ist nicht genannt. Doch wenn es kommt, würde die Neuerung den Finanzplatz am Main auf eine Stufe mit London und Hongkong heben.  » Weiterlesen

Cepal: Große Aufgaben für neue mexikanische Regierung

Die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) hat die neue mexikanische Regierung zu deutlichen Reformen aufgerufen. CEPAL-Generalsekretärin Alicia Bárcena sagte: „Ich hoffe, der neue Präsident hat ein Projekt, wie er Mexiko auf einen anhaltenden Wachstumspfad bringt und dabei den sozialen Ausgleich stärkt”, betonte Bárcena. Der gewählte mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto tritt am 1. Dezember das Amt als Staatschef der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas an. » Weiterlesen

Brasilien boomt – und hungert nach André Rieu

Zehn Jahre steigende Einkommen, die historisch niedrigste Arbeitslosigkeit, ein starker Real – und die Schlangen für die Kulturveranstaltungen werden immer länger in São Paulo: Für die Impressionismus-Ausstellung des Kulturinstituts des Banco do Brasil standen jetzt die Besucher durchschnittlich vier Stunden an.

Und das nach Mitternacht, mitten im Zentrum São Paulos, wo die Mittelschicht der Stadt sonst nach Anbruch  der Dunkelheit keinen Fuß hinsetzt. Wegen des Andrangs hatte das Kulturinstitut eine Nacht des Museums veranstaltet.

Weitere Nächte sollen jetzt folgen, wegen der großen Nachfrage. Im Museum der Modernen Kunst war letzte Woche eine Caravaggio-Ausstellung zu sehen. Am Dienstag war kostenloser Einlass: Die Schlange reichte zwei Straßenblocks auf der Bankenmeile Avenida Paulista entlang. Kinos, Freizeitparks, Shopping-Center, Theater – alles sind sie hoffnungslos überfüllt in Brasilien. Das traditionell auf die kleine Mittelschicht beschränkte Kulturangebot kann die Nachfrage nach Unterhaltung der neuen aufsteigenden Mittelschichten nicht mehr decken.

Davon profitiert inzwischen vor allem der internationale Kulturzirkus: Angesagt oder abgehalftert, von Jazz bis Walzer – jeder Showstar findet derzeit sein Publikum. Einen Rekord hält der holländische Walzergeiger André Rieu: Er wird dieses Jahr vermutlich 30 Mal in São Paulo auftreten mit seinem umfangreichen Orchester. Jede seiner Veranstaltungswochen mit jeweils 8000 Zuschauern war bisher ausverkauft. Tickets gab es für umgerechnet 60 bis 1000 Euro. Rieu hat jetzt für September eine neue Auftrittswoche geplant.

Spanien fürchtet Südkoreas Rache

Globalisierungsgegner in Südkorea: "IWF-Krise" statt Finanzkrise

Globalisierungsgegner in Südkorea: “IWF-Krise” statt Finanzkrise

Warum rufen Spanien und Italien eigentlich keine Hilfe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ab, wie es eigentlich vorgesehen war? Weil diese Länder – im Kern – die Rache südkoreanischer Ökonomen befürchten.

Der Grund dafür liegt einige Jahre zurück. Während der Asienkrise von 1997 waren neunmalkluge Experten des IWF aus westlichen Ländern in Südkorea, Thailand und anderen fernöstlichen Staaten eingefallen. Sie haben den Regierungen besserwisserisch eine Radikalkur verordnet: Zahlungsunfähige Banken und Unternehmen sollten in die Pleite entlassen werden, die Beamtengehälter und die Sozialhilfe wurden zusammengestrichen. Die Arbeitslosigkeit schoss hoch.

Italien und Spanien befinden sich heute in einer ähnlichen Ausgangslage wie damals Südkorea. Ich halte es nun für geradezu rassistisch, dass diesen europäischen Ländern die Radikalkur erspart wird, die die Weltgemeinschaft damals den Asiaten zugemutet hat.  » Weiterlesen

Auslandsinvestitionen in Mexiko rückläufig

Mexiko hat in diesem Jahr leicht an Attraktivität für ausländische Investoren eingebüßt. Nach Angaben des mexikanischen Wirtschaftsministeriums verringerten sich die Ausländischen Direktinvestitionen (FDI) im ersten Halbjahr um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt investierten Unternehmen aus dem Ausland zwischen Januar und Juli 9,62 Milliarden Dollar in dem nordamerikanischen Land. Im ersten Halbjahr 2012 waren noch 10,6 Milliarden Dollar nach Mexiko geflossen. » Weiterlesen

Wie China die Finanzkrise ausgelöst hat

"China hat die US-Krise möglich gemacht" - Ökonomin Mees in Peking

“China hat die US-Krise möglich gemacht” – Ökonomin Mees in Peking

Woher kam das ganze Geld? Die USA haben sich zwischen 2003 und 2007 in einen ungeheuren Ausgabenwahn gesteigert. Während Präsident Bush scheinbar mühelos zwei Kriege finanziert hat, haben sich die einfachen Haushalte in schneller Folge nicht nur neue Häuser, sondern auch protzige Geländewagen und große Flachfernseher zugelegt – obwohl sie oft nur ein McEinkommen hatten. Das Platzen dieser Blase hat erst die US-Banken, dann die amerikanische Wirtschaft und schließlich den Euro in den Abgrund gestürzt.

Ökonomin Heleen Mees von der New York University gibt eine klare Antwort. Das Geld kam aus China. Chinas Sparer haben die Finanzkrise ausgelöst. Sie spricht bei dieser Gelegenheit auch die Banker an der Wall Street frei: Ihrer Meinung nach waren es keine undurchsichtigen Hypothekenprodukte, die die Krise ausgelöst haben, sagt sie in Peking.  » Weiterlesen

Was Reiche mögen

Welche Konsumwünsche haben Reiche? Niemand weiß es. Denn die ganz Reichen lassen sich nicht mal einfach zu ihren Vorleiben befragen, auf der Straße oder am Telefon wie die Mittelschicht. Auch in den Clubs, Restaurants und Diskos sind Interviews kaum möglich. Das stört die Luxusartikelhersteller.

Vor allem in einem Land wie Brasilien, wo es so viele Superreiche gibt. Das brasilianische Marktforschungsinstitut Qualibest hat jetzt einen Trick gefunden, wie die Reichen ganz offen und freizügig von ihrem Konsumwünschen erzählen: Das Institut wählte drei soziale Stiftungen von gut vernetzten Socialites, also Millionärsgattinnen aus. Deren Freundinnen sendete das Institut über das geschlossene virtuelle Netzwerk Le Clé Fragebögen zu. Wer den beantwortet zurückschickte, in dessen Namen spendete Le Clé dem jeweiligen Institute automatisch eine kleine Summe.

Für eine „gute Sache“, um ihren Freundinnen bei deren Instituten zu unterstützen, öffnen sich São Paulos Reiche nun den Marktforschern. “Warum sind wir vorher nicht darauf gekommen?”, wird die Eigentümerin von Qualibest zitiert.

 

Politiker-Gattin könnte dem Genickschuss entkommen

Rund 4000 Menschen wurden in China im Jahr 2011 vermutlich hingerichtet.

Die Menschenrechts-Organisation Dui Hua wagt eine Schätzung zur Zahl der Hinrichtungen in China.

Schon in wenigen Stunden könnten die chinesischen Behörden des Urteil im Sensationsprozess gegen die kommunistische Funktionärin Gu Kailai verkünden. Am Montagmorgen (Ortszeit, also nach deutscher Zeit noch in den Nachtstunden) könnte das Rätselraten enden.

Der Pekinger Gerüchteküche zufolge soll sie dem Henker knapp entgehen.

Eventuell stößt das im Volk auf Unverständnis. Denn Normalsterbliche (deren Gatte nicht zufällig eines der am besten vernetzten Mitglieder der allmächtigen KP ist) werden im Allgemeinen sofort hingerichtet, wenn ein Gericht sie zu Tode verurteilt. Gu Kailai hat den Mord an einem Briten komplett gestanden. Die gesichtswahrende, chinesische Lösung wäre: ein Todesurteil – aber aufgeschoben und nie vollstreckt.

Narco-Geld im mexikanischen Fußball

Die Nachricht, die Mexiko jetzt aus Südamerika erreichte, überrascht nicht wirklich. Der kolumbianische TV-Sender RCN Noticias berichtete davon, dass zwischen den Jahren 2003 und 2006 massiv Drogengelder im mexikanischen Fußball gewaschen wurden. Das habe die US-Antidrogenbehörde DEA herausgefunden. Das eigentlich überraschende daran ist, dass die Nachricht erst jetzt kommt, dass sie aus Kolumbien kommt und dass es angeblich vorbei sein soll. » Weiterlesen

Japans Inseln und Chinas Phantomarmee

Panzer der Volksbefreiungsarmee in Baoding bei Peking

Panzer der Volksbefreiungsarmee in Baoding bei Peking

China und Japan streiten sich mal wieder heftig um ihre Inseln. Die Weltöffentlichkeit schaut gebannt zu.

Der Grund für das internationale Interesse: Die Konflikte zwischen China und  Japan wirken langsam gefährlich.

Das Time Magazine munkelt bereits, der Streit um die Inseln konnte sich zu einem Krieg auswachsen. Schließlich habe der Erste Weltkrieg auch mit einem kleinen Ereignis in Sarajewo begonnen.

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