Die mexikanische Präsidentschaftswahl geht in die Verlängerung. Der bei der Abstimmung am Sonntag unterlegene Linkskandidat Andrés Manuel López Obrador stellte am Dienstag bei der Wahlbehörde IFE Antrag auf einen Neuauszählung aller Stimmen. Zuvor hatte das IFE bereits von sich aus die erneute Auszählung von rund einem Drittel aller Voten in Aussicht gestellt. Damit droht der Abstimmung ein monatelanges Nachspiel. Schon 2006 hatte López Obrador die Wahl letztlich vergeblich angefochten. Damals war der Kandidat der Partei PRD allerdings hauchdünn dem jetzigen Präsidenten Felipe Calderón unterlegen. Dieses Mal trennen ihn vom Wahlsieger Enrique Peña Nieto nach dem offiziellen Ergebnis rund drei Millionen Stimmen.
„Diese Wahl ist eine Schande“, kritisierte López Obrador. Es habe massive Unregelmäßigkeiten bei dieser Abstimmung gegeben. Nach seinen Angaben habe es Probleme und Wahlbetrug in fast 113.000 der 143.000 Wahllokale gegeben. „Zum Wohle der Demokratie, zum Wohle des Landes müssen alle Stimmen neu ausgezählt werden, damit keine Zweifel bleiben, forderte er.“
Die aber hat López Obrador ganz massiv. Er sagt, bei der Wahl sei es zu massivem Stimmenkauf seitens der siegreichen Partei der institutionalisierten Revolution (PRI) gekommen, zudem sei in manchen Wahllokalen Gewalt gegen Vertreter der PRD ausgeübt worden. Darüber hinaus seien Stimmzettel vorausgefüllt und ganze Urnen ausgetauscht worden. In der Summe sei das nicht zu tolerieren. Die Vertreter seiner Partei, die bei der Wahlbehörde IFE den Antrag auf Neusauzählung stellten, rechnen mit mehreren hunderttausend Stimmen, die der Linkspartei verloren hingen.
Auch Organisationen der Zivilgesellschaft sprachen von Unregelmäßigkeiten. In den sozialen Netzwerken finden sich zahllose Berichte von Mexikanern, die aus den verschiedensten Gründen ihre Stimme nicht abgeben konnten. Nach vorläufigen Angaben der Nationalen Wahlbehörde IFE gewann der Kandidat der ehemaligen Staatspartei PRI, Enrique Peña Nieto, die Abstimmung vom Sonntag. Nach Auszählung von 97 Prozent der Wahllokale entfielen auf den Kandidaten der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) 38,08 Prozent der Stimmen. Er siegte damit klar vor López Obrador, für den 31,7 Prozent der Wähler stimmten.
Das Misstrauen der Mexikaner in die Wahl verwundert nicht, denn gerade die PRI war es, die während der ersten 71 Jahre ihrer Herrschaft von 1929 bis 2000 den Wahlergebnissen immer auf die Sprünge geholfen hat. 1988 war bei der Präsidentenwahl nur durch einen provozierten Systemabsturz der Wahlsieg der PRI noch sicherzustellen.










