» 24. Juni 2012, 10:39 Uhr

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Datenfälschung: Beschönigt China in der Krise das BIP?

Möglicherweise falsche Zahlen für Peking: chinesisches Kohlekraft (in Lanzhou)

Möglicherweise falsche Zahlen für Peking: chinesisches Kraftwerk (in Lanzhou)

Die chinesische Wirtschaft ist in der ersten Jahreshälfte langsamer gewachsen, so viel ist klar. Im ersten Quartal lag der Zuwachs des BIP lediglich bei 8,1 Prozent. Das ist verdächtig nah an den sieben Prozent, die in China als absolute Untergrenze gelten.

Oder liegen die wahren Daten schon gefährlich viel niedriger? In Peking laufen Gerüchte um: Die staatlichen Statistiker seien Opfer ehrgeiziger Provinzpolitiker geworden, die beschönigte Zahlen nach oben gemeldet haben.

Die Unklarheiten betreffen die Energieproduktion. Augenzeugen wollen in der chinesischen Provinz Berge von Kohle auf Lagerplätzen in der Nähe von Kraftwerken ausgemacht haben – ein Anzeichen dafür, dass der Strombedarf zurückgeht.

Die Energienachfrage gilt in China als klarer Indikator für die Wirtschaftsaktivität. Weisen die Kohleberge also auf ein niedrigeres BIP hin? Droht zusätzlich zum Grexit nun auch der Chindown? Übereifrige Provinzkader sollen die Betreiber der Kraftwerke gezwungen haben, beschönigte Daten weiterzumelden, um selbst besser dazustehen.

Ich glaube nicht. Es gibt keine exakte Rechenweise, mit der sich die Größe von Kohlelagern in genaue Wirtschaftsdaten umsetzen lassen.

Schon der Gedanke, beim Vorbeifahren an einzelnen Kraftwerken eine Aussage über das nationale BIP ableiten zu können, ist lächerlich. China hat knapp die gleiche Fläche wie Europa. Es gibt hier gut über 2000 Kohlekraftwerke.

Die Berge können durchaus real sein. Tatsächlich dürfte sich das schwächere Wachstum in größerer Lagerhaltung von Kohle durch die Versorger zeigen. Denn China leidet wegen seines schnellen Wachstums immer wieder an Brennstoff-Engpässen. Ein Halbjahr mit schwächerem Verbraucht ist da eine gute Gelegenheit, sich auf den nächsten Aufschwung vorzubereiten.

Wenn das Wachstum zwei Prozentpunkte unter dem gewohnten Wert liegt und die Versorger die Kohleproduktion wie üblich steigern, dann liegt der Überschuss bereits bei einem runden Fünftel der Förderung. Auch das Entstehen hoher Kohlehalden ist also durch die offiziellen Zahlen hinreichend gut erklärt.

In der zweiten Jahreshälfte wird Chinas Wachstum sich voraussichtlich wieder stabilisieren.

Die Geschichte von den gefälschten chinesischen Statistiken ist so alt wie die Kunst der Beobachtung der Volksrepublik. Ja, der kommunistische Staat hat früher öfters an den Zahlen gedreht. Doch als moderne Wirtschaft kann die Führung sich das heute nicht mehr leisten.

In den vergangenen Jahren ist unter dem Strich immer ein konsistentes Ergebnis herausgekommen, das mit nachprüfbaren Beobachtungen übereinstimmt.

Es könnte allerdings tatsächlich sein, dass Peking die Daten ein wenig glättet, um mehr Kontrolle über das Geschehen zu suggerieren. Ausreißer nach oben werden dann etwas abgehobelt, Tiefpunkte ein wenig angehoben. Doch die Regierung tut dann alles, um im folgenden Quartal dem eigenen Ziel wieder schön nahe zu kommen.

» 24. Juni 2012, 10:39 Uhr

    2 Kommentare zu “Datenfälschung: Beschönigt China in der Krise das BIP?”


  1. Hallo Stefan, falls Du kein Spam-Roboter bist: könntest Du Deine Position etwas konkretisieren? Das würde mir helfen, dazu Stellung zu nehmen. Vielen Dank und viele Grüße, Finn

  2. stefan sagt:

    was ist das hier? Ich denke ich habe nun begriffen was ein blog ist: Unnütze Informationen über das was die Oma sagte als sie betrunken war.
    Wer brauch so einen Datenmüll?????

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