Die Häufung der Ereignisse ist ein Zufall. Doch eine Reihe von Jubelnachrichten aus China fällt derzeit mit einer tiefen Identitätskrise in Europa zusammen.
Im Weltraum, in der Tiefsee, in der Architektur, im Export – China strengt sich schwer an, um die Nummer eins zu werden.
Während die USA sich wegen Geldmangel aus der bemannten Raumfahrt zurückgezogen haben, startet China eine Rakete mit drei Taikonauten. Sie üben zur Stunde das manuelle Andocken an die Vorstufe zur ersten eigenen Raumstation.
Zugleich befindet sich das Tauchboot “Jiaolong” im Marianengraben in einer neuen Rekordtiefe von knapp siebentausend Metern.
Und noch während beide Spitzenleistungen noch in der Mache sind, kündigt eine Landstadt einen Architekturrekord an. Der höchste Wolkenkratzer der Welt soll schon ab kommendem Jahr in Changsha stehen. Er soll 838 Metern hoch werden und damit den Burj Khalifa in Dubai um zehn Meter übertreffen.
An Rekorde aus China sind wir inzwischen gewöhnt. (Schließlich hat die Nation in Fernost unser Deutschland vom lieb gewonnen Titel des Exportweltmeisters verdrängt.) Schon Olympia 2008 war größer als alle Sportveranstaltungen zuvor – und die Chinesen haben mehr Goldmedaillen abgesahnt als alle anderen.
Ich finde es auch gut, dass China auf Augenhöhe mit dem Westen strebt. Schließlich war das Reich der Mitte den Europäern viele tausend Jahre lang technisch überlegen. Außerdem helfen solche höheren Ziele, dem Wachstum und der Entwicklung Ziele zu setzen.
Doch etwas besorgniserregend ist der Trend zugleich auch. China hat viele Probleme zu lösen. Das Wachstum ist unausgeglichen, und rund 500 Millionen Menschen sind noch arm. Ist das vorhandene Kapital – auch in China eine begrenzte Ressource – in den Rekordprojekten ab besten aufgehoben?
Vielleicht irritiert es mich auch ein wenig, dass die amtliche Nachrichtenagentur bereits schreibt: “Mao wäre stolz auf uns!”
Auch Chinas Hochgeschnwindigkeitszüge sollten schneller fahren als alle anderen Eisenbahnen der Welt. Nach einem schweren Unfall mussten die Planer vorerst abbremsen.













Ein Kommentar zu “Chinas Gier nach Rekorden”
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