Mexikos kleine Börse macht nach einer Untersuchung der Investmentberater von EPFR Global der großen Börse im brasilianischen Sao Paulo Konkurrenz. In diesen turbulenten Zeiten würden die Investoren wegen der Nähe zum US-Markt lieber auf die mexikanischen Option und den IPC-Index setzen, schreiben die Experten. Der Bovespa-Index in Sao Paulo ist zwar drei Mal höher kapitalisiert als die Börse in Mexiko. Das Land sei aber dabei, den Abstand zu reduzieren. Allen in der vergangenen Woche hat die brasilianische Börse zehn Mal mehr Kapital verloren als die mexikanische.
Brasilien werde bei Anlegern nun problematischer wahrgenommen. Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, die Kapitalkontrollen und die engen Verbindungen nach Krisen-Europa und dem schwächer wachsenden China gelten als bremsende Faktoren. Mexiko hingegen, das lange zurecht im Schatten Brasiliens stand, nehmen die Anleger jetzt wieder als attraktiv(er) wahr. Keine Finanzkontrollen, stabile makroökonomische Daten und wenig(er) wirtschaftliche Verbindungen nach Europa. Überraschend dabei sei, dass der Drogenkrieg offensichtlich das Bild des Investitionsplatzes Mexiko kaum eintrübt, schreiben die EPFR-Global-Experten.
„Die Investoren beginnen Mexiko als einen attraktiveren Markt wahrzunehmen, sagen auch Analysten von Van-Eck-Investments. An Mexikos Börse kommt rund ein Drittel der Investitionen aus dem Ausland, während es in Brasilien vermutlich rund 40 Prozent sind, nimmt man die An- und Verkäufe aus diesem Jahr zum Maßstab.
Noch aber setzen die Investmentfonds deutlich stärker auf Brasilien. Van Eck gewichtet den südamerikanischen Giganten mit zehn Prozent, Mexiko aber mit 2,4 Prozent. Dabei wächst Mexiko mit geschätzten rund 4,25 Prozent dieses Jahr stärker als Brasilien. Finanzexperten halten es zudem für möglich, dass das Schwellenland von der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise ganz verschont bleibt. Mexiko könnte langsam, aber nachhaltig wachsen und damit ein Gegenstück zur brasilianischen Achterbahnfahrt bilden, vermutet Capital Economics in London.










