» 01. Mai 2012, 08:47 Uhr

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In China geht es schon wieder aufwärts

Industrieproduktion in ChinaWeniger Wachstum in China! Seit dem Herbstquartal schreckt dieser Ruf die internationale Wirtschaftswelt auf. Denn wenn die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft als Nachfragetreiber ausfällt, dann dürften sich auch die Schwierigkeiten im Rest der Welt wieder verschärfen. Doch es mehren sich die Zeichen, dass das Reich der Mitte die (nicht sehr tiefe) Talsohle bereits durchschritten hat.  Die Einkaufsmanager das Landes geben sich jedenfalls wieder optimistisch.

Das offizielle Konjunkturbarometer der chinesischen Regierung zeigt auf “sonnig”: Der Einkaufsmanagerindex für April zeigt 53,3 Punkte. Ein Wert oberhalb von 50 zeigt Wachstum an. Damit ist das Barometer den fünften Monat in Folge gestiegen.

Der Boom verlagert sich ins Inland: Baustellen in Hefei

Der Boom verlagert sich ins Inland: Baustellen in Hefei

Beobachter vor Ort wundert das wenig. Aus zwei Gründen. Die Regierung beteuert zwar, künftig mehr auf Umwelt- und Arbeitsschutz, Innovation und andere gute Dinge zu setzen als auf pures Wachstum. Doch in Wirklichkeit ist darauf angewiesen, dass die Wirtschaftsleistung weiter schnell steigt. Sie will die Arbeitslosigkiet niedrig halten und die unterentwickelten Westregionen des Landes aus der Armut heben.

Das wichtigste Instrument zur Konjunktursteuerung in China  ist die Kreditvergabe. Die Banken gehören dem Staat und haben Anweisungen aus Peking zu folgen. Die Zentralbank hat den Banken erst kürzlich erlaubt, die Kreditvergabe wieder auszuweiten.

Die Kreditinstitute sollen darauf achten, dass überhitzte Sektoren wie die Immobilienbranche und die immer geldhungrigen Städte und Gemeinden weniger von dem Geldsegen abbgekommen, der Mittelstand und forschende Unternehmen jedoch um so üppiger bedacht werden. Das wird wirken. Chinas Entrepreneure sind Optimisten. Wenn das Kreditgangebot da ist, nehmen sie das Geld gerne an und investieren es.

Shopping-Wut in einer Mall in Guangzhou

Shopping-Wut in einer Mall in Guangzhou

Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch, dass das Wachstum im Gesamtjahr ziemlich genau auf den Wert kommt, den staatliche chinesische Ökonomen prognostizieren: ungefähr 8,5 Prozent. Als absolutes Minimum hat Premier Wen Jiabao 7,5 Prozent vorgegeben. Es ist praktisch undenkbar, dass diese Zahl unterschritten wird. China ist (vermutlich) mit wengier als 50 Prozent eines jährlichen BIP verschuldet und kann notfalls noch kräftig anschieben.

Auch die vieldiskutierte Wachstumsschwäche sieht übrigens nicht sonderlich schwach aus: Im Endquartal 2011 war die Wirtschaft 8,9 Prozent gewachsen, im ersten Quartal des laufenden Jahres immerhin noch 8,1 Prozent. Das gilt als der vorläufige Tiefpunkt. Beneidenswert. Und Anzeichen für die “harte Landung”, die einige US-Ökonomen seit einiger Zeit ankündigen, finden sich derzeit: keine.

» 01. Mai 2012, 08:47 Uhr

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