Artikel aus dem Mai 2012

Der Euro wackelt und der Peso schwankt mit

Eigentlich könnte man denken, dass der mexikanische Peso jeden Tag stärker wird, so eng wie er an den Dollar gekoppelt ist. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die mexikanische Währung ist genauso wacklig wie die europäische Gemeinschaftswährung Euro. Allein am Mittwoch verlor der Peso 1,93 Prozent. Am Donnerstag ging es weiter bergab. 1,11 Prozent minus. Mit 14,32 Peso notierte der Peso so tief zum Dollar wie zuletzt vor mehr als drei Jahren. » Weiterlesen

Mexiko nimmt Brasilien Investoren weg

Mexikos kleine Börse macht nach einer Untersuchung der Investmentberater von EPFR Global der großen Börse im brasilianischen Sao Paulo Konkurrenz. In diesen turbulenten Zeiten würden die Investoren wegen der Nähe zum US-Markt lieber auf die mexikanischen Option und den IPC-Index setzen, schreiben die Experten. Der Bovespa-Index in Sao Paulo ist zwar drei Mal höher kapitalisiert als die Börse in Mexiko. Das Land sei aber dabei, den Abstand zu reduzieren. Allen in der vergangenen Woche hat die brasilianische Börse zehn Mal mehr Kapital verloren als die mexikanische. » Weiterlesen

Davos in der Steppe

Gerade zurück aus einer der bizarrsten Städte der ehemaligen Sowjetunion: Astana. Nursultan Nasarbajew, der Präsident und selbsternannter „Vater aller Kasachen“, hat vor 15 Jahren die Hauptstadt seines Landes von Almaty im Süden in die nordkasachische Steppe verlegt. Spektakuläre Neubauten stehen in der Ödnis, drum herum wenige Menschen, dafür viele frisch gepflanzte Bäume – eine Retortenstadt. Man erzählt sich hier, Nasarbajew skizziere auf Reisen gerne Gebäude, die ihm besonders gut gefallen, um sie später in Astana ähnlich nachbauen zu lassen. Abwegig klingt das nicht. Astana ist ein wilder Architekturmix und erinnert zuweilen an London, Washington, Peking, Berlin, Moskau und noch ein paar andere Weltstädte. » Weiterlesen

Die neue chinesisch-brasilianische Achse

Wie schnell sich die globale Aufmerksamkeit innerhalb der BRIC-Länder verschiebt, wird mir jetzt gerade deutlich – unterwegs im brasilianischen Landesinnern. Die Regierung will drei Auslandskorrespondenten zeigen, wie nachhaltig Brasiliens Farmer und Rinderzüchter arbeiten. Mit dabei ist ein Kollege aus China und einer aus den USA. Bei unseren Interviews geschieht immer das Gleiche: Nach ein paar Minuten adressieren unsere Gesprächspartner ihre Vorträge und Analysen meist in Richtung des chinesischen Kollegen – egal ob Rinderzüchter, Zuckerbaron, Landbesetzer oder Kleinbauer. Das werden dann fast Zwiegespräche: Jeder brasilianische Farmer weiß ziemlich genau, welches seiner Produkte welche Marktchancen in China hat. Oder malt sich aus, wie seine Gewinne steigen könnten, wenn China die Importbarriere etwa für Schweinefleisch oder Hühnerschlegel aussetzen würde. Oder was geschehen würde, wenn die Chinesen erst mal so viel Zucker essen und trinken wie die Amerikaner. Oder Ethanol zum Benzin beimischen. Für den Kollegen aus den USA bringen die brasilianischen Farmer noch so etwas wie Nähegefühl auf. Schließlich sieht es auf den Mais- oder Sojaplantagen im Cornbelt auch nicht anders aus als im tiefen Westen Brasiliens. Zu mir fällt den immer höflichen Brasilianern zum Abschied eigentlich nur die stereotype Frage ein: „Und, was meinst du – fliegt Griechenland aus der EU?“

OECD gibt im Streit mit Slim nicht nach

Neues von Carlos Slim, der mexikanischen Riesen-Heuschrecke. Vor ein paar Monaten erzürnte sich Slim über einen Bericht der OECD, in dem Slim und seinem Mobilfunker AMX schwerste Monopol-Praktiken vorgeworfen wurden. Demnach würden die mexikanischen Verbraucher rund 13,5 Milliarden Dollar jährlich zu viel zahlen. In Mexiko laufen 80 Prozent der Festnetzanschlüsse über Slims Marktführer Telmex, 70 Prozent des Mobilfunks über América Móvil. » Weiterlesen

Gute Nachrichten aus der mexikanischen Wirtschaft

Es gibt mal wieder Gutes zu vermelden aus der mexikanischen Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt des Schwellenlandes wuchs im ersten Quartal um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Das teilte das Nationale Statistikamt am Donnerstag mit. Hauptmotor der guten Performance waren Landwirtschaft und Viehzucht. Der Sektor wuchs um 6,8 Prozent. » Weiterlesen

Ellenbogenkampf im Qantas Club

Ein Boom kreiert seine ganz eigenen Probleme – Situationen, über die Menschen in Ländern mit wirklichen Problemen wohl nur den Kopf schütteln können. Die Passagiere im Flughafen der westaustralischen Stadt Perth sind außer sich. Der dortige Qantas Club, von der Känguru-Fluglinie ursprünglich als Oase für vielfliegende Manager gedacht, platzt aus allen Nähten. Der Jahrhundert-Rohstoffboom im größten Bundesstaat Australiens führt dazu, dass jeden Tag hunderte oder tausende von Minenmanagern, Ingenieuren, Analysten und Vertreter von Bergbau-Dienstleistern durch den Airport passieren, um eine Maschine in die im Norden gelegenen Minenstädte zu nehmen. Im Qantas Club  vertreiben sie sich mit Lachssandwiches und einem Glas Chardonnay die Zeit.

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Carlos Slims Mobilfunker América Móvil kauft weiter ein

Es ist gerade ein paar Tage her, dass der mexikanische Mobilfunker América Móvil einen großen Schritt nach Europa angekündigt hat. Der drittgrößte Handy-Anbieter der Welt will den Anteil am niederländischen Telekomkonzern KPN von knapp fünf auf 28 Prozent aufzustocken. Und ganz nebenbei dabei auch auf dem deutschen Markt Fuß fassen. KPN ist Mutter des deutschen Mobilfunkers E-Plus. » Weiterlesen

Selbstzensur in Thailand

Warnung: dieser Beitrag ist zensiert. Selbstzensiert. Denn jeder Journalist, jede Journalistin, die in Thailand den Job und die Freiheit behalten will, greift bei einem Thema unweigerlich selbst zur Schere: das Königshaus. Les Majeste – das Delikt Majestätsbeleidigung – ist in Thailand nicht ein Relikt aus dunkler Vergangenheit, sondern bittere Realität. Richter im Königreich verstehen keinen Spaß, wenn es um die Ehre des allseits geliebten Regenten geht, oder seiner Familie. Für Geschriebenes, das auch nur ansatzweise als für den 84jährigen König Bhumibol beleidigend interpretiert werden könnte, verhängen sie härteste Strafen.

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Null Uhr fünf in Urumtschi

Als Knabe habe ich das Buch “Großer Tiger und Christian” von Fritz Mühlenweg verschlungen. Darin verschlägt es zwei Jungen von Peking nach “Chinesisch-Turkestan”. So hieß das Gebiet der Autonomen Region Xinjiang damals auf Deutsch.  Das heutige, reale Urumqi hat zwar nur wenig mit der Stadt aus dem Jugendbuch zu tun. Doch Xinjiang steht heute für viele der Chancen und Probleme Chinas. Boom-Blog sieht sich vor Ort um.

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