Wen wundert es? Kaum ist Google Drive online, blockiert die chinesische Regierung den Zugang zu der neuen, raffinierten Cloud-Festplatte.
Seitdem Google nicht mehr bereit ist, bei Chinas Zensur mitzuspielen, sind verschiedene Dienste der US-Internetfirma in China gestört. Das betrifft vor allem zwei Sorten von Angeboten: Solche, über die sich politische Proteste vereinbaren lassen. Und solche, die chinesischen Webunternehmen unangenehme Konkurenz machen.
In welche Kategorie fällt Google Drive? In bisschen in beide, vermute ich. Kritiker könnten dort Dokumente ablegen und teilen, ohne dass der Anbieter dem Staat Zugriff gewährt. Außerdem bieten chinesische Internetdieste auch allerlei Online-Festplatten im Stil von Dropbox oder Drive an.
Wie dem auch sein mag, wenn ich von meinem Büro in Peking aus versuche, die Seite des neuen Dienstes aufzurufen, erscheint:
Manchmal fragen mich deutsche Freunde, warum ich nicht mehr twittere und so selten auf Facebook bin. Der Grund sind natürlich die Internetsperren. Ich verwende zwar einen Entsperrdienst, ein sogenanntes Virtual Private Network (VPN), um auf verbotene Seiten zuzugreifen. Doch die Verbindung ist damit nicht sonderlich schnell und stabil. Deshalb lasse ich es oft ganz.
Übrigens bedeutet der unzuverlässige Zugang zu Google auch, dass Chromebooks und andere Produkte, die auf lückenlosen Serverzugang angewiesen sind, hier keinen Sinn haben.
Ebenfalls unzugänglich sind Youtube und Google Plus, einen Dienst, den ich trotz aller Schwächen irgendwie mag. Doch wenn ich ihn benutzen will, bekomme ich zu sehen:
Bei Facebook dasselbe.
Wahrscheinlich ist den verantwortlichen Betonköpfen in der Kommunistischen Partei egal, wie unglaublich altmodisch die Internetzensur in ihrem Land wirkt. China ist eigentlich durch und durch modern. Die Architektur richtungsweisend, die Gesellschaft offen für Neues. 300 Millionen Menschen bloggen oder twittern mikrobloggen.
In China liegen derzeit die Steinzeit und die Zukunft ganz dicht beieinander.












