Wegen der Affäre um den vermutlich korrupten Provinzpolitiker Bo Xilai überziehen die Chinesen die regierenden Kommunisten mit Spott. In einem Tweet auf Sina Weibo macht sich ein Blogger so richtig respektlos über die Ideale der Partei lustig.
“Wenn man in die Partei eintritt, schwört man, nicht korrupt zu sein und sich keine teuren Geliebten zu halten. Parteimiglieder rauchen nicht exzessiv, gehen zu Fuß zur Arbeit, schauen am Arbeitsplatz keine Pornos und spucken keine Teeblätter auf den Fußboden.
Nach Dienstschluss gehen sie direkt nach Hause, ohne durch teure Nachtclubs zu ziehen. Sie trinken und fressen nicht auf Kosten anderer und vertreiben keine Mieter aus ihren Häusern. Sie sagen öffentlich nur die Wahrheit. HA HA HA!! DASS ICH NICHT LACHE!”
Der Mikroblog-Post stammt von einem bekannten Pekinger Comedian. Jeder der Punkte betrifft entweder einen aktuellen Skandal um korrupte Parteimitglieder oder die alltägliche Praxis, wie sie die Bewohner der Hauptstadt im Alltag sehen können.
Tatsächlich gehört es in Peking für junge Frauen zu einer verbreiteten Berufsgruppe, die Geliebte es reichen Beamten zu sein. Die Mädchen haben eine teure Wohnung, in der sie ihren Wohltäter treffen können, fahren meist einen BMW oder Porsche und bekommen ein üppiges Taschengeld für Kosmetik und Kleider. Meist haben sie darüber hinaus nur einen symbolischen Job – oder gar keinen.
Über diese Praxis weiß ich nicht nur Bescheid, weil das Gebaren der hohen Kader Stadtgespräch ist, sondern auch, weil die Stadt tatsächlich voll ist von blasierten 20-jährigen Girls in Autos > 60.000 Euro. Sie können alle weder richtig vorwärts fahren noch einparken.
Ach ja, wenn jemandem die Affäre Bo zu kompliziert sein sollte: Auf Youtube gibt es jetzt ein witziges Video, das alle Details für Anfänger erklärt! Es endet mit der Frage: “Wird der Fall Bo Folgen für all die anderen korrupten Kaden haben?”










